Offener Brief an den Landesjägermeister Pröll

 

Sehr geehrter Herr Landesjägermeister!

 

Mit großer Verwunderung haben wir den Medien entnehmen können, daß Sie, sehr geehrter Herr Landesjägermeister, dem Personenkomitee des Präsidentschaftskandidaten Van der Bellen beigetreten sind.

Vor allem die zahlreichen Jäger in unserem Verein haben darauf betroffen und mit Unverständnis reagiert und dies zum Teil auch mit recht scharfen Worten zum Ausdruck gebracht.

Jedem Jäger ist nämlich seit langem bekannt, daß der Kandidat Van der Bellen immer ein vehementer Gegner der Jagd gewesen ist, dies auch stets deutlich zum Ausdruck gebracht und sich darüber hinaus als Kämpfer gegen den privaten legalen Waffenbesitz deklariert hat.

Wiewohl Van der Bellen nun als „unabhängiger“ Präsidentschaftskandidat antritt, ist er lange Jahre Vorsitzender der grünen Partei gewesen und hat als solcher die fast jährlich im Parlament eingebrachten Entwaffnungspläne dieser Partei mitgetragen. Das ist auch immer gegen die Jäger gegangen.

Gerade erst in den letzten Tagen wurden vom grünen Abgeordneten Steinhauser zwei Entschließungsanträge zum Waffengesetz eingebracht, die auf ein generelles Waffenverbot hinauslaufen und natürlich auch die Jäger besonders treffen würden. Vor allem, wenn man bedenkt, daß dort für die Jäger ausdrücklich regelmäßig wiederkehrende Psychotests verlangt werden. Es ist denkunmöglich, daß Van der Bellen davon nichts gewußt hat, denn der Zeitpunkt des Einbringens dieser Anträge ist genau auf die Präsidenten-Stichwahl abgestimmt gewesen.

Und gerade versucht die EU das Waffenrecht dramatisch zu verschärfen. Entsprechende Entwürfe der Kommission liegen vor. Auch die werden Ihnen wohlbekannt sein.

Und darin geht es wieder gegen die Jäger: Verbot gewisser Jagdwaffen, ständig zu wiederholende psychologische und medizinische Tests für die Jäger sind nur einige der von der EU geplanten Verschärfungen. Auch Einfuhrverbote für Jagdtrophäen und eine Waffensteuer in Form einer Versicherungspflicht für jede Schußwaffe sind von den Grünen im EU-Parlament initiiert worden. Und daß Van der Bellen ein bedingungsloser Befürworter der EU ist, wie sie sich heute darstellt und daher auch alle diese Maßnahmen gegen die Jagd mitträgt, kann nicht bestritten werden.

Auch gegenüber der IWÖ hat Van der Bellen erst vor kurzem von seinem Wahlkampfteam ausrichten lassen, daß er aus persönlicher Überzeugung gegen ein liberales Waffenrecht ist.

Im Lichte all dieser Umstände ist es für jeden österreichischen Jäger völlig unverständlich, daß Sie, sehr geehrter Herr Landesjägermeister, diesen Kandidaten öffentlich unterstützen. Das widerspricht doch allen Interessen der von Ihnen vertretenen Jäger und wir hoffen, daß Sie zu unserem Brief klärende Worte finden und uns dazu eine Stellungnahme zukommen lassen.

 Mit besten Grüßen und Weidmannsheil

Präsident                                                                               

RA Prof.Dipl.-Ing.Mag. Andreas Rippel         

Vizepräsident 

Dr. Hermann Gerig            

Generalsekretär  

Dr. Georg Zakrajsek